DARSTELLENDE KUNST

Darstellende KUNST

Ob als Solist:in oder als Ensemble – im Rahmen von einjährigen Residenzen haben darstellende Künstler:innen aus Bremen die Möglichkeit, die professionellen Probenräume und Theatersäle des Zentrums für Kunst zur Entwicklung eigener Projekte zu nutzen. Was dabei entsteht, wird dem Publikum in öffentlichen Aufführungen regelmäßig dargeboten. Dabei reicht die Spannbreite von (Sprech-)Theater, narrativen und performativen Formen über interdisziplinäre Projektideen hin zu Kinder- und Jugendtheater sowie zeitgenössischem Tanz.

Aktuelles

Residierende 2026/27

Tomas Bünger ist ein Bremer Tänzer, der langjährige Erfahrung als Tänzer, Choreograf und Dozent mitbringt, unter anderem in Deutschland und Bangladesch. Er wird als Einzelkünstler zwei Tanzprojekte innerhalb der Residenz 2026/27 verwirklichen. Bei der Produktion „Ringen“ erforscht er gemeinsam mit dem Tanzpädagogen Harry Seelig das Thema Alter und Identität in einem Tanz-Duett, das die Sportart Ringen als Metapher für Nähe, Konflikt und Zuneigung nutzt. Das andere Projekt „Grete“ ist ein Solo, das sich an Büngers Großmutter Grete erinnert, die an Demenz litt. Hier verbindet er Tanz, Text und Video, um die Frage zu stellen, wie Erinnerung im Körper weiterlebt und wie Kunst einen Dialog über Vergänglichkeit und Demenz ermöglichen kann. Beide Projekte basieren auf biografischer Recherche und sollen im Zentrum für Kunst mit Aufführungen und begleitenden Formaten wie einem Kaffeetrinken für ältere Besucher:innen präsentiert werden.

Foto: Daniela Buchholz

Yuval Hameiri stammt aus Israel und realisiert im Zentrum für Kunst ein mehrteiliges Residenzprojekt mit dem Titel „Ghostly Pathways“. Das verbindende Element ist eine fiktive Geschichte, die sich mit der Trennung von Körper und Geist sowie der Suche nach Heilung in einer absurden Welt auseinandersetzt. Im ersten Teil, „The Cabin Diaries“, erlebt das Publikum ein Live-Hörspiel, das in einer Welt spielt, in der alle 15 Jahre Götter auf die Erde herabsteigen und die Menschen sich zwischen ihrem Körper und ihrem Geist entscheiden müssen. Die Aufführung verbindet die Intimität eines Hörspiels mit der Unmittelbarkeit des Theaters und nutzt minimalistische Elemente wie Mikrofone und Live-Soundeffekte, um die Fantasiewelt zum Leben zu erwecken. Der zweite Teil, „Second Aid“, ist eine Physical-Theatre-Performance, die das Leben der „Flesh“ schildert – der Menschen in der fiktiven Welt, die ihren Körper dem Geist vorgezogen haben. Beide Produktionen werden von einer visuellen Installation begleitet, die Einblicke in die Welt von „Ghostly Pathways“ gewährt.

Foto: Naomi Meroz

Kamil Moalem ist eine israelische Tänzerin und Choreografin. In ihrer Produktion „Ice-olation“ beschäftigt sie sich mit der Frage, was Menschen dazu bringt, Resilienz zu entwickeln – symbolisiert durch Eis, das gleichzeitig verbindet und trennt. Das Stück untersucht die menschliche Resilienz angesichts globaler Herausforderungen wie Migration, Kriege, Traumata und gesellschaftlicher Veränderungen, wobei der Schwerpunkt auf körperlicher Erschöpfung, Intimität und Verletzlichkeit liegt. „Hysterical Woman“ ist ein Tanztheaterstück für drei Tänzerinnen, das die Beziehungen zwischen Frauen anhand des historischen Konzepts der „weiblichen Hysterie“, emotionaler Zyklen und gesellschaftlicher Zwänge untersucht. Mit großer Sensibilität zielt das Werk darauf ab, Fragen zu stellen als bewussten Akt des Lernens und der Neubetrachtung von Identität.

Foto: Mariano Picchioni

Residierende 2025/26

Paulina Będkowska stammt aus Polen und hat Tanz in London (GB) und Łódź (PL) studiert. Mit der Teilnahme an einem zweijährigen Performance-Programm in Torres-Vedras (PT), hat sie ihre eigene Ausdruckskunst geschärft. Seit 2022 lebt sie in Bremen, war bisher u.a. beim Theater Bremen in der Kompanie Unusual Symptoms tätig. Das Publikum wird von ihr während der Spielzeit 2025/26 im Zentrum für Kunst die Projekte „Grenzüberschreitung“ (AT) und „Tanz.Archiv.Körper“ erleben. Insbesondere die Zusammenarbeit mit Künstler:innen aus ihrem Heimatland und die Kooperation mit dem Deutschen Tanzfilminstitut Bremen für eine Inszenierung überzeugte die Fachjury.

Paulina Bedkowska, We are the revolution, Foto: unknown

Katrin Bretschneider und Company sind in Bremen bereits durch aufwendige Stadtrauminszenierungen wie „Kein Schiff wird kommen“ (Überseestadt 2023) oder „Shaking Hands With Ghosts“ (AG Weser 2021) eine bekannte Größe. In Form von künstlerisch verdichteten Audiowalks beschäftigen sie sich mit Bremer Orten im radikalen Wandel. Ihr Residenzprojekt 2025/26 „Schall und Rauch“ knüpft daran an und widmet sich der ehemaligen Zigarettenfabrik Martin Brinkmann, dem heutigen Tabakquartier. Das Projekt besteht aus einer Live-Inszenierung und einer langfristig verfügbaren Version für Smartphones. Das zweite Projekt der Bewerbung „The Zone“ ist eine interaktive Audioperformance, bei der das Publikum über Kopfhörer Handlungseinladungen erhält und damit selbst zu Akteurinnen und Akteuren werden.

Interaktiver Audiowalk von Katrin Bretschneider, Foto: Christina Vogelsang

Lyri Milo ist eine interdisziplinäre Künstlerin aus Israel, die in Bremen lebt. Ihre künstlerische Erfahrung umfasst zeitbasierte Kunst für Bühne und Bildschirm, die von Musiktheater und Tanz bis hin zu Film und Animation reicht. Die Jury war besonders beeindruckt von ihren interdisziplinären Fähigkeiten und der geplanten Zusammenarbeit mit Bremer Künstlerinnen und Künstlern in partizipativen und dialogischen Prozessen. Durch die Residenz mit den Projekten „Simulacra Skin“ und „Modes & Tonalities“ freut sie sich darauf, dauerhafte Beziehungen innerhalb der freien Kunstszene Bremens aufzubauen und ihre Erkundungen mit der Bremer Öffentlichkeit zu teilen.

Die Künstlerin Lyri Milo bei den Vorbereitungen zu einem Filmprojekt, Foto: Lyri Milo

Residierende 2024/25

2019 gründete sich KA2OH – Kollektiv für Junges Publikum, bestehend aus den Freien Künstlerinnen Alexandra Benthin, Alex Gesch und Karina Schieck. Pädagogik, Tanz, Theater und eine langjährige Erfahrung der Kunstszenen in- und außerhalb Bremens bündelt sich in diesen drei Personen. Ihre gemeinsame Arbeit zeichnet sich durch eine forschende und themenoffene Haltung aus, sie wechseln innerhalb des Kollektivs ihre Rollen und holen sich bei der Verwirklichung ihrer Projekte und Stücke auch andere Expert:innen dazu.

KA2OH
TanzKollektivBremen, Foto: Ralf Kokemüller

Das TanzKollektivBremen versteht sich als Plattform für zeitgenössischen Tanz und ist in Bremen bereits durch hochwertige Tanzproduktionen bekannt. Aktuell sind die Tänzerinnen und Choreografinnen Magali Sander Fett und Neus Ledesma Vidal sowie die Dramaturgin Judith Strodtkötter und die Kulturmanagerin Ulrike Osten am Kollektiv beteiligt.

Residierende 2023/24

Foto: Benjamin Eichler
Sebastian Kautz von Bühne Cipolla, Foto: Benjamin Eichler

Bühne Cipolla – der Komponist und Musiker Gero John und der Regisseur und Puppenspieler Sebastian Kautz – verwandelt bekannte Werke der Weltliteratur in anspruchsvolles Figurentheater für Erwachsene mit Livemusik. Bühne Cipolla arbeitet regelmäßig mit Theaterhäusern in der ganzen Republik zusammen und ist eines der vielreisenden Ensembles Bremens.

KAMERA in concert, Foto: Manja Herrmann
KAMERA in concert, Foto: Manja Herrmann

KAMERA ist eine Kunstfigur des vielseitig arbeitenden Künstlers Felix Reisel. KAMERA residiert im Zentrum für Kunst in der Sparte Fusion Musik/Theater. Er ist Grenzgänger zwischen Mensch und Maschine, den Geschlechtern, Kulturen und Generationen.

Tanztheater für junge Leute mit Pretty Playful Productions, Foto: Helene Maus
Tanztheater für junge Leute mit Pretty Playful Productions, Foto: Helene Maus

Pretty Playful Productions (PPP) sind Johanna Schlösser, Miriam Röder und Michael von Schönberg. PPP legt seinen Schwerpunkt auf Tanztheater für ein junges Publikum. Abstraktes und Figürliches trifft dabei auf dynamische Bewegung. Das Ensemble arbeitet seit fünf Jahren zusammen und hat einen eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt.

Die Theatersäle werden in sogenannten „Slots“ auch von externen darstellenden Künster:innen und Ensembles aus Bremen genutzt, um das Zentrum für Kunst mit 90 Aufführungen in der Spielzeit zu einem aktiven und lebendigen Kulturort zu machen. Hier geht es zum Spielplan.

Voraussetzung für eine Residenz ist die Tätigkeit als professionell arbeitende:r freie:r Künstler:in mit Wohnort in Bremen sowie eine überzeugende Bewerbung mit Beschreibung von Projektideen/Produktionen, die mindestens zwei Mal während der einjährigen Residenz vor Ort aufgeführt werden. Es gibt keine Altersgrenzen oder sonstige Beschränkungen.

Vergeben werden die Residenzen von einer wechselnd besetzten Fachjury, die ausgesprochenen Wert auf Diversität, Vielfalt und geschlechtliche Parität legt. Alle Projektideen werden gleichermaßen auf Qualität und Originalität geprüft.

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