Restwärme

  • PREMIERE: Sa., 28. Nov., 18:00 Uhr
  • So., 29. Nov., 18:00 Uhr

Zentrum für Kunst
Hermann-Ritter-Str. 108 E
28197 Bremen

sonstiger Raum

Radioballet-Etüden

Was passiert, wenn ein leerstehender Industriesaal nicht nur besichtigt, sondern mit Körpern, Stimmen und Bewegung neu besetzt werden kann?

Die Bremer Regisseurin Katrin Bretschneider ist Artist in Residence im Zentrum für Kunst im Bremer Tabakquartier. In ihrem Audiowalk „Schall und Rauch“ setzte sie sich bereits intensiv mit der Geschichte des Ortes auseinander.

Jetzt feiert ihr Abschlussprojekt „Restwärme“ Premiere. Dafür hat sie vier Künstlerinnen aus unterschiedlichen Disziplinen eingeladen, mit ihr gemeinsam das Format „Radioballett“ zu erproben: Ein Radioballett ist eine interaktive, künstlerische Form der Begegnung. Über Kopfhörer erhalten die Teilnehmenden Handlungseinladungen, denen sie individuell oder gemeinsam folgen können. So entstehen komplexe chorische oder choreografische Sequenzen, ohne dass vorher geprobt wurde. Jede Person entscheidet selbst, ob und wie sie mitmacht.

Was zunächst unsichtbar und individuell beginnt, wird zu einer kraftvollen gemeinsamen Aktion: Menschen bewegen sich allein oder zusammen an diesem besonderen Ort, halten inne, beobachten, begegnen sich oder gehen eigene Wege. Dabei entsteht ein jeweils einmaliges Zusammenspiel, das weder vorhersehbar noch einstudiert ist. So wird aus dem verlassenen Zigarettensaal eine Bühne und das Publikum Akteur:innen.

Der Abend ist Einladung und Experiment zugleich. Gemeinsam mit dem Publikum sucht das künstlerische Team nach Restwärme: Wo einst produziert und gearbeitet wurde, entsteht für einen kurzen, flüchtigen Moment etwas Neues aus dem Alten. Die lebendigen Körper der Teilnehmenden füllen den verlassenen Saal, besetzen ihn neu, verändern seine Atmosphäre und überschreiben seine Geschichte. Aus einem Ort der industriellen Produktion wird ein Ort der kollektiven künstlerischen Begegnung.

Beteiligte Künstlerinnen sind die Bremer Musikerin Manuela Weichenrieder, die Choreografinnen Magali Sander-Fett und Neus Ledesma Vidal (Bremer Tanzkollektiv) sowie die Sound-Designerin Ilona Marti aus Berlin.

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