Ausstellung: gefährdet leben
- Eröffnung: So., 25. Januar, 11:00 Uhr
- Laufzeit: 26. Jan. – 15. März 2026
Zentrum für Kunst
Hermann-Ritter-Str. 108 E
28197 Bremen
EG
Öffnungszeiten: Mi-So, jeweils 16 bis 19 Uhr
gefährdet leben – Queere Menschen 1933-1945
Die Ausstellung zeigt die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 – 1945.
Beim Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2023 im Deutschen Bundestag standen erstmals die queeren Opfer im Fokus. Die historisch-dokumentarische Ausstellung „gefährdet leben. Queere Menschen 1933–1945“ knüpft an dieses wichtige erinnerungspolitische Signal an und macht das Thema der Ausgrenzung und Verfolgung queerer Menschen in den Jahren 1933–1945 nun einem breiten Publikum zugänglich. Sie zeichnet die vielfältigen und ambivalenten Lebensgeschichten queerer Menschen nach.
Die Ausstellung macht auch mit bislang unveröffentlichtem Material deutlich, wie das Leben vieler queerer Menschen gebrochen und zerstört wurde. Sie beleuchtet gleichzeitig, wie verbliebene Handlungsspielräume im Alltag genutzt wurden. Erzählt werden keineswegs nur Verfolgungsgeschichten, sondern auch Wege der Selbstbehauptung in einer widrigen Lebensrealität.
Eine Wander-Ausstellung der Bundesstitung Magnus Hirschfeld.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, „Erinnern für die Zukunft e.V“, Zentrum für Kunst, „Rat&Tat – Zentrum für queeres Leben e.V.“
Begleitprogramm
Zu allen Veranstaltungen gilt freier Eintritt.
Adele Haas – inter* im Nationalsozialismus.
„So könnte ich so viel schreiben, aber ich rege mich dabei so auf, denn ich darf nicht zurück denken, es ist mir heute wie ein Traum. Ich möchte so gerne mein Leben in die Welt schreien, und veröffentlichen aber dazu gehört Geld, und das fehlt bei mir, es ist doch bestimmt einmalig und interessant, garnicht zu glauben, es klingt wie ein Märchen, überhaupt das ich das ausgehalten habe, und noch lebe ein Wunder“, – Adele Haas, 28.03.1961.
Als inter* Person war sie im Nationalsozialismus massiver Gewalt ausgesetzt weil sie nicht den konstruierten Normen von sog. „männlich“ oder sog. „weiblich“ entsprach.
Jako Wende wird im Vortrag das Leben von Adele Haas näher bringen – und hat dafür in zahlreichen Archiven recherchiert und Kontakt zu noch lebenden Verwandten und Nachbarn aufgenommen. Neben dem allgemeinen Forschungsstand zur Situation von inter* Personen im Nationalsozialismus wird es unter anderem auch um Bella Pree gehen – eine verfolgte inter* Person in Wien. Beide überlebten die zahlreichen KZ Aufenthalte und waren auch zur gleichen Zeit im KZ Natzweiler-Struthof. Das Ziel des Vortrages ist es, Adele Haas ihr Leben „in die Welt schreien“ zu lassen.
Von und mit Jako Wende, Trans Aktivis*tin moderiert von Christian Linker (Rat&Tat-Zentrum)
Von und mit Lutz van Dijk, Historiker.
Lutz van Dijk, Historiker und Schriftsteller, früher Mitarbeiter des Anne Frank Hauses in Amsterdam, arbeitet heute vor allem mit polnischen Historiker:innen zusammen – im Kontext eines Erinnerns an sexuelle Minderheiten in Auschwitz. Er lebt und arbeitet überwiegend in Kapstadt.
Moderation: Christian Linker (Rat&Tat-Zentrum).
Im Rahmen der Wanderausstellung im Zentrum für Kunst Bremen „gefährdet leben. Oueere Menschen 1933-1945“ hebt das Namu Ensemble zusätzlich die Geschichten von drei queeren Musiker*innen hervor, deren Leben der Holocaust zutiefst betroffen hat:
Der*die Sänger*in und Clown Hambo, die Cellistin und Dirigentin Frieda Belinfante und der Kabarettist Robert T. Odeman. Ihre unvorstellbaren, aber auch verblüffenden Erlebnisse werden im moderierten Programm eingehend erläutert.
Ergänzte Werke:
Johann Strauss (1825-1899)
Trinke, Liebchen, trinke schnell aus Die Fledermaus, 1874
Henriette Bosmans (1895-1952)
I. Andante mo/to moderato aus dem 2. Cellokonzert, 1923
Robert T. Odeman (1904-1985)
Die Denkmalschänderin, 1934-1978
